Letzte Predigt des Jahres, letzte Predigt zur Barmer Theologischen Erklärung ... Matthäi am Letzten. ...

Mit der letzten Predigt habe ich sehr gerungen, ist sie doch auch eine Abrechnung mit Fehlentwicklungen meiner eigenen Kirche, ohne jedoch Gemeinde-Bashing betreiben zu wollen, wie ich es an einer Stelle formuliert habe. Es ist die letzte von sechs Predigten, die ich zur Barmer Theologischen Erklärung (1934) gehalten habe, weil ich die Notwendigkeit sah, einmal die Geschichte der Bekennenden Kirche der Nazi-Zeit daraufhin zu untersuchen, ob wir für uns heute etwas davon lernen können. Dies hat mich die letzten 1 1/2 Jahre beschäftigt und mich in der christologischen Ausrichtung der Bekennenden Kirche ermutigt.

Nun passten die Bibeltexte, die der 6. These vorangestellt wurden, auch besonders gut zum Jahresende. Matthäi am Letzten will nämlich gerade nicht "Weltuntergangsstimmung" verbreiten - nach dem Motto: Kriege, Klimakatastrophe, Korruption .... es ist eh alles zu spät. Sondern im Gegenteil: der Text ist Einladung und Ermutigung, als Nachfolger Jesus seinen Auftrag zu erfüllen - in großer Freiheit das Evangelium der freien Gnade allen Menschen zu bringen ... weil wir wissen dürfen, dass ER, Christus, bei uns ist.

Für mich war in diesem Gottesdienst auch die Musik besonders bewegend. Ruhig, meditativ, nur mit Konzertgitarre begleitet, kraftvolle Texte, die bedacht sein wollen und dann noch ein wunderschönes Gesangs-Solo. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten des Gottesdienstes!

 

6. These der Barmer Theologischen Erklärung

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,20)
Gottes Wort ist nicht gebunden. (2 Tim 2,9)

Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne die Kirche in menschlicher Selbstherrlichkeit das Wort und Werk des Herrn in den Dienst irgendwelcher eigenmächtig gewählter Wünsche, Zwecke und Pläne stellen.