Wohnungswechsel. Dienstwechsel. Jahreswechsel. Tapetenwechsel. 2025 ist rückblickend mein Wechsel-Jahr. Und nein, ich muss nicht über Wechseljahre klagen. Müde bin ich. Am Ende der Wechsel des Jahres ist das kein Wunder. 2025 war schon ganz schön verrückt.

schalom haus innenAndreas Geburtstag feierten wir Weihnachten 2024 mit der ganzen Familie noch in Schönebeck. Mein Geburtstag fiel Anfang 2025 auf einen Sonntag und wir feierten mit der Gemeinde Schönebeck beim Kirchenkaffee. Die Abschiedsfeier im März war da schon sichtbar am Horizont.

Bereits zum Jahreswechsel 2024 / 2025 führten unsere Wege immer wieder nach Genthin und eine Entscheidung folgte der anderen. Wir wählten nicht nur Farben und Fliesen, Böden und Belege, wir kauften auch Umzugskisten und planten Umzugstermine. Dank unseres Nebengebäudes zog der Rede-Raum dann bereits zum letzten Jahreswechsel um. Weiteres folgte in Etappen. Der Umzug unserer Mitbewohner im Haus folgte gleich im Januar, und die Sanierungen unserer Wohnung gingen Schritt für Schritt voran – und verzögerten sich doch. So folgte zwar der Dienstwechsel und wir meldeten uns um, lebten aber zwischen den Welten. Das Pendeln zwischen Schönebeck und Brandenburg hat zwar Zeit und Kraft gekostet, dafür höre ich jetzt wieder Hörbücher.

Genthin RenoMitte Mai zogen wir dann ganz auf die Baustelle und übergaben die Wohnung in Schönebeck. Das Schlafzimmer war fertig. Immerhin. Wir gingen zum Duschen nach oben und frühstückten beim Bäcker. Toiletten fanden wir auf unseren Wegen. Improvisation ist alles – und das alles bei Neuanfängen und Alltag. Geschafft! - Geschafft habe ich dann bei alle dem auch die Hürden der Prüfung und Überprüfung und darf mich nun „Heilpraktikerin für Psychotherapie“ nennen. Meine musiktherapeutische Praxis „Schmetterlingsstube“ ist beim Gesundheitsamt offiziell gemeldet und seit August eröffnet. Die ersten Besucher und Klientinnen waren schon da, und im neuen Jahr dürfen weitere kommen. Bewusst habe ich das zum Ende des Jahres im überschaubaren Maß gehalten, um mit den Kräften zu haushalten.

Zum „Europäischen Musiktherapie-Kongress“ konnte ich im Sommer in Hamburg sein. Das war ein Teil meines Urlaubes und wundervoll. Eine Ermutigung und Inspiration. Den anderen Teil des Urlaubs verbrachte ich mit Fensterputzen, Einräumen und Ankommen, was auch gut war – aber klar freue ich mich, dass wir jetzt eingezogen sind und für 2026 wirklich Urlaubs-Frei-Raum planen können. Überraschenderweise hatten wir jetzt in Genthin schon mehr Familie und Freunde zu Besuch in der kurzen Zeit, als wir es uns hätten vorstellen können. Das war schön! Wie schön, wenn auch unser Dachgeschoss irgendwann fertig sein wird und wir Platz für Übernachtungsbesuch haben!

Sprich, die Renovierungen und Sanierungen werden Fortsetzung im neuen Jahr finden. Ebenso das Einleben und Räumen, denn noch ist das Nebengebäude nicht leer. Bei uns gehen die Wechsel weiter.

hofkircheMein Mann geht in den Ruhestand und langweilig wird ihm bestimmt nicht. In meiner Gemeinde wird es weitere Veränderungen geben und ich will weiter am neuen Rhythmus für mich üben. Jetzt habe ich Wege. Die genieße ich, muss sie aber auch einplanen – und überlegen, ob und wann ich per Auto oder per Bahn unterwegs sein will und kann. Auch ist die Suche nach Ärzten, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten noch nicht beendet, darf mancher Weg noch ausprobiert und erkundet werden.

„Wählen Sie Ihren Wunschfarbton“ steht auf „meinem“ Bild 2025 und ich frage mich, wie ich die Aufforderung für 2026 beantworten will. Neben den Farben, die mich locken und ansprechen, faszinieren mich auch die Lücken. Und diesen Freiräumen will ich folgen im neuen Jahr. Bewusst will ich meine freien Tage und Urlaubszeiten angehen und habe sie jetzt schon gesetzt. Oasen dürfen wachsen und blühen.

In dieser Woche hörte ich einen Satz: „Du bist die Meisterin deines Lebens“. Dieser Satz hat mich inspiriert, als Tochter des Malermeisters und des Meistermalers, wie ich es in der Vergangenheit gerne publiziert habe. Dabei fällt mir gerade noch ein Wechsel ein: meine Webseite „claudia-sokolis.de“ wird heute, am 31.12.25, den letzten Tag online sein, denn die hatte sich längst überholt.

Theologisch könnten wir über den Satz diskutieren und ich weiß, dass Jesus der Meister ist. Auch des Lebens. Dennoch nehme ich den Satz mit in das neue Jahr, in der Verantwortung mein Leben zu gestalten, zu wählen, Entscheidungen zu treffen. Das Thema Wahl spielt in Sachsen-Anhalt 2026 auch eine Rolle und ich bete, dass der Wechsel ein guter wird. Da weiß ich schon jetzt, welche Farbe ich nicht wählen werde.

Tinte & TöneTinte & Töne – träume das Schöne“ formulierte ich mal vor Jahren in einem Gedicht, und diesen Gedanken nehme ich mit in das neue Jahr. Auch schreiben werde ich weiter. Nicht nur Freitagsgedanken für die Gemeinde und Tagebuch im Privaten. Wer lesen will, kann lesen. Ich werde schreiben – auch hier im Blog.

Meine Wunschfarbe wird Grün sein: Zeiten auf meiner grünen Wiese. Entspannung. Zeiten in der Schmetterlingsstube, die einen grünen Teppich hat, und in meinem neuen Büro, in dem nicht nur ein roter, sondern auch zwei grüne Sessel stehen. Grün stimmt mich hoffnungsvoll und ich will das Grün in unserem Garten entdecken, in diesem Jahr bewusst mir Zeit dafür nehmen – und im Garten verbringen. Zeit in der Natur. Ich freue mich über die Vögel, die wir hier sehen und hören.

brielow warmspielenDer Wunschfarb-TON im Jahr 2026 wird von meiner Flöte erklingen, für die ich mir wieder Zeit nehmen werde. Ein Konzert Ende dieses Jahres, bei dem ich mitspielen konnte, war ein großer Motivationsschub. Und ich werde die Stille im Rhythmus pflegen, in Meditation und Gestaltung des Sabbats. Ich will wieder ins Museum gehen, Kunst betrachten. Das kam 2025 etwas kurz, weil so viele Farbkarten und Kataloge zu wälzen waren. Aktuell liegen zwei Bildbände in meiner Gebetsecke und ich freue mich, dass die Betrachtung kein Vorsatz ist, sondern schon im Jahreswechsel Zeit dafür war und ist. Mein Ton wird im kommenden Jahr leiser und ruhiger angestimmt und weiter vom Ankommen bestimmt sein. Darauf freue ich mich. Sehr!

Dankbar blicke ich auf das Jahr zurück und die Müdigkeit am Ende des Jahres ist wohlverdient. Und im Rückspiegel betrachtet ist es ein wundervolles Jahr, in dem wir in unser Haus einziehen konnten. Unsere „Villa Würde“ bewohnen dürfen und Entfaltung Raum findet. Welch ein Segen! Wie reich und bunt ist doch unser Leben. Ein Geschenk, dass ich mir besser nicht hätte wünschen und einrichten können.

 

31.12.2025 / csb