Seniorenteller

Neulich waren wir mal wieder in unserem Lieblingsrestaurant in Gommern. Hausgemachte Bandnudeln in Sahnesoße mit Gemüse der Saison. Ein Genuss - und neben einem wunderbaren Salat mit angeschmorten Champignons (auch extrem lecker) so ziemlich das einzige vegetarische Gericht auf der Speisekarte.

Aber dieses Mal war alles anders. Ich erinnerte mich an unseren letzten Besuch. Ach, war das gut - und tat gut. Aber in der Nacht danach ... musste ich mir eingestehen, es war wohl doch etwas zu viel gewesen.  Meine Oma sagte während meiner Kindheit gerne dazu: "die Augen waren größer als der Magen."   Sollte ich es wagen?

Es hat mich unglaublich Überwindung gekostet, dieses eine Wort auszusprechen: "Seniorenteller" ... Nie zuvor hätte ich die bescheidene, kleine Portion gewählt. So alt bin ich also inzwischen, dass ich den "Seniorenteller" benötige. Peinlich...

Der Seniorenteller kam - wie bestellt. Auf den ersten Blick sah die Portion gar nicht kleiner aus!  Erst beim genauen Hinsehen - und dem Vergleich mit Claudias Salatteller wurde erkennbar, der Teller war weniger tief und auch etwas kleiner im Durchmesser. "Sehr diskret," dachte ich. Und schon plagten mich Zweifel, ob denn der Seniorenteller für meinen Hunger ausreichen würde... Er tat es. Ungemein lecker - wie immer - nur eben etwas weniger, aber doch mehr als genug. Ich war gut satt. Und hatte meine Lektion gelernt. Ein bisschen Genügsamkeit lässt weder den Genuss kleiner werden, noch den Sättigungsgrad. Und die Nacht danach war auch ganz entspannt.